Es war einmal ein kleiner Panda namens Sifu.
Sehr neugierig. kannte jede Ecke seines Geheges wie seine Westentasche
Pfleger kamen und gingen immer durch etwas, das sie Türe nannten.
Sifu wollte sehen was dahinter verbirgt.
Also versuchte er beim Essen bringen hinauszuhuschen, Pfleger hatte aufgepasst.
Dann nach der morgentlichen Spieleinheit, wieder nichts.
Also am Abend vor dem Schlafengehen aber auch hier passte der Pfleger auf und schob Sifu sanft in das Gehege zurück.
Als Sifu einige Tage überlegte, wie er durch die Türe kommen konnte, geschah es: Der Pfleger, der morgens mit ihm spielte wurde angefunkt: “Alle verfügbaren Pfleger sofort zum Tigergehege kommen.“
Er war noch recht neu, und der Funkspruch machte ihn sichtlich nervös. Also ließ er alles liegen und stehen und rannte los. Sifu erkannte seine Chance und zögerte keinen Augenblick und rannte hinterher.
Der Pfleger riss die Türe auf, hastete durch ohne sie zu schliessen oder darauf zu achten, wer möglicherweise hinter ihm noch durch die Türe kam.
Das war natürlich Sifu, der nun ebenfalls auf der anderen Seite der Türe war und vor lauter Staunen stehen blieb.
Und keine Sekunde zu früh, denn die Türe schloss sich direkt hinter ihm - sie hatte einen automatischen Schliessmechanismus - zum Schutz, damit keine Tiere ausbrechen konnten. Aber da hatte wohl niemand mit dem flinken und neugierigen Panda Sifu gerechnet.
Er sah sich in dem kleinen Raum voller Regale um. Hier war Spielzeug, da etwas Futter, dort igitt, igitt, Medizin,…
Er lief weiter und kam zu einer Schwingtüre, welche ins Freie führte. Er stieß sie auf, und trat zurück ins warme Licht der Morgensonne.
Lief durch den Zoo, kam zum Tigergehege, viele Menschen, konnte nichts erkennen, lief weiter in eine andere Richtung. Würde er entdeckt, würden sie ihn sicher sofort zurück bringen, er wollte aber noch die Umgebung erkunden.
Als er so den Weg entlang ging, immer wieder auf verwunderte Menschen treffend, - die jedoch meist nur ihr Handy zückten und es Richtung des kleinen Pandas hielten - um ein Video zu filmen - aber das wusste der kleine Sifu nicht. Plötzlich saß mitten auf dem Weg ein schwarzer Vogel an einer Nuss herum pickend.
“Hallo, ich bin Rudi der Rabe, wer bist du?” krächzte er.
“Ich heiße Sifu”.
“Was machst du hier draussen, solltest du nicht in deinem Gehege sein?”
“Sehe mir den Zoo an”
“Ha, ich führe dich herum, ich bin oft hier und kenne mich aus”
Also führte der Rabe Rudi den kleinen Pandabären Sifu durch den Zoo. Sie sahen sich die Flusspferde an, dann die Zebras, die Pinguine und viele weitere Tiere.
Irgendwann kamen Sie wieder in die Nähe der Raubkatzen, und die Menschenmenge von vorhin fing an sich aufzulösen. Nachdem sehr viele Pfleger ebenfalls aus dieser Richtung strömten, entdeckte natürlich jemand den kleinen Panda. Der Pfleer lief auf das seltsame Zweiergespann zu, als der Rabe schnell sagte: “Tja, Sifu, ich glaube ich fliege jetzt besser mal weiter, sonst lande ich zum Schluß auch noch in einem Gehege”
Nachdem Sifu keine Flügel hatte und nicht so schnell laufen konnte wie der Pfleger, hatte dieser ihn bald eingeholt und hob ihn hoch mit den Worten “Na wie kommst du kleiner Ausreisser denn aus deinem Gehege? Bringen wir dich zurück nach Hause.”
Und so landete Sifu wieder im Gehege - seine Eltern waren heilfroh, dass der kleine Panda wieder zu Hause war, sie hatten sich schon Sorgen gemacht. Der Ausflug brachte Sifu so viele neue Eindrücke, dass seine Gedanken rasten um alles zu verarbeiten. Aber der kleine Sifu hatte gar nicht bemerkt, wie lange er unterwegs war, und wie anstrengend das alles war. So wurden seine Augen immer schwerer und schwerer und klappten schließlich zu und er schlief friedlich und erschöpft ein.
Er hat auch nicht mehr mitbekommen, dass noch am selben Tag im Internet als der “Ausreißer-Panda” bekannt geworden ist.